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Caritas-Seniorenheim St. Friedrich / Das Wessumer Krankenhaus

Die Wurzeln des Caritas-Seniorenheims St. Friedrich liegen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1868 legte der Wessumer Bürger Friedrich Richters in seinem Testament fest, dass für 6000 Taler ein Krankenhaus errichtet werden sollte.

In dem Testament heißt es unter anderem: „Zur Erbauung und Einrichtung eines im hiesigen Dorf oder in dessen Nähe zu errichtenden Krankenhauses unter der Leitung von barmherzigen Schwestern oder ähnlichen Nonnen vermache ich dem hiesigen Pastorat die Summe von sechstausend Talern. Das Kuratorium dieses Krankenhauses soll bestehen aus dem jedesmaligen Pastor in Wessum, dem Inhaber der Vikarie daselbst, mit einem von diesen beiden auszuwählenden verständigen und gewissenhaften Einwohner des Dorfes und Kirchspiels Wessum. Ich hoffe, dass dieses Beispiel andere Eingesessene des Dorfes und des Kirchspiels Wessum veranlassen wird, durch Beiträge oder Legate behilflich zu sein, dass dieser gute Zweck baldmöglichst erreicht werde und bestimme hiermit, dass, falls nicht innerhalb fünfzehn Jahren nach meinem Tode ein solches Krankenhaus errichtet und in Wirksamkeit getreten ist, das Pastorat in Wessum verpflichtet sein soll, dieses Legat nebst den gezogenen Zinsen an das bereits in der Stadt Ahaus bestehende Krankenhaus, welches die Bezeichnung „Marienhospital“ führt, herauszugeben, dem ich alsdann dieses Legat vermache. Als Bitte spreche ich aus, dass alsdann im hiesigen Krankenhaus oder eventuell in dem zu Ahaus wöchentlich einmal für die Ruhe meiner Seele ein Gebet verrichtet werde.“

Mit dem Bau des Krankenhauses wurde 1872 begonnen. 1873 war das Hauptgebäude vollendet, im Jahre 1874 erfolgte die Einweihung durch Pfarrer Korte. Zu Ehren des Stifters erhielt das Krankenhaus den Namen „St.-Friedrichs-Hospital“. Am 12. Mai 1874 wurde die Pflege der Kranken und die Führung des Haushaltes den Krankenschwestern des Hl. Franziskus zu Mauritz bei Münster übergeben. 1910 erfolge der erste Erweiterungsbau. Von 1929 bis 1930 wurden im 3. Stockwerk des Gebäudes 10 Zimmer neu angelegt.

Während des 2. Weltkriegs war ein Teil des Krankenhauses Lazarett, in den letzten Tagen des Krieges wurde es Hauptverbandsplatz. Bei der Bombardierung des Dorfes erlitt das Krankenhaus keinen Schaden. Ende der 50er-Jahre wurden der Dachstuhl und Zwischenwände erneuert, da das 3. Stockwerk seinerzeit nicht stabil genug gebaut worden war. Zudem erhielt das Krankenhaus einen neuen Speiseaufzug und einen Personen-Fahrstuhl.

Der Umbau zum öffentlichen Altenheim erfolgte 1973 durch die Pfarrgemeinde St. Martinus. 1986 übernahm der Caritasverband Ahaus-Vreden die Trägerschaft des Hauses und begann mit Planungsarbeiten des Um- und Erweiterungsbaues für 87 Pflegeplätze. 1989 wurde die Altentagesstätte fertig gestellt.

1998 entstanden in direkter Nachbarschaft zum Seniorenheim 14 betreute Wohnungen für Einzelpersonen und Paare. 2003 wurde ein Café für die Bewohner und Gäste des Hauses im Eingangsbereich eröffnet. In den Jahren 2009 und 2010 erfolgte ein weiterer, vollständiger Umbau des Gebäudes. Das Seniorenheim verfügt (Stand 2025) über 70 Plätze für pflegebedürftige Menschen. Es stehen 58 Einzelzimmer und 6 Doppelzimmer zur Verfügung. Das Seniorenheim St. Friedrich gliedert sich in sechs Hausgemeinschaften. Sie sind nach bekannten lokalen Örtlichkeiten benannt: „An der Bahnhofstraße“, „Am Mühlenweg“, „Am Kiskamp“, „Am Averesch“, „An der Kapelle“ und „Wesheimblick“.

Quellen: Buch „Eine Gemeinde im Wandel der Zeit“ vom Heimatverein Wessum, Manfred Uhling Buch „Pfarrei und Gemeinde Wessum“

Caritasverband Ahaus-Vreden

Diese Station ist Teil der 900 Jahre Jubiläums Fahrrad Tour. Schaut euch auch gerne die anderen Stationen an:

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