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Dicke Linden

Die Linden, seit 1351 bekannt, waren Treffpunkt und Gebetsstation. Zwei Linden sind heute Naturdenkmäler. Der Bildstock aus dem 18. Jahrhundert gehört zur Feldprozession. Dank engagierter Bürger blieben Bäume und Traditionen erhalten.
Die Hohen Linden – Zeugen der Geschichte
Die großen Linden an diesem Ort wurden bereits früh urkundlich erwähnt. Schon im Jahr 1351 ist in einer Verkaufsurkunde von einer Fläche „uppe den esche to wessem by den hohen Linden“ die Rede. Es wird vermutet, dass es sich dabei um die Vorgänger der heutigen Linden handelt. Eine Karte aus dem Jahr 1671 zeigt eine Linde, an der der Handelsweg nach Deventer vorbeiführt. Seit jeher dienten die Linden als Versammlungsort und beliebter Treffpunkt – auch für Verliebte.
Im Jahr 1754 ist die Station „Die Hohe Linde“ in einer Reihe mit zwei weiteren Gebetsstationen verzeichnet, die sich bis zur Dorfgrenze erstrecken.
Schutz und Erhalt der Linden
Nach Aufzeichnungen von Maria Schulze-Buschoff wurde 1934 eine neue Linde gepflanzt, da die drei alten Linden zuvor vom Blitz getroffen wurden. Der heiße Sommer nach der Pflanzung machte es dem jungen Baum schwer. Doch der Landarbeiter Hermann Fleer, der täglich Milch ins Dorf brachte, bewässerte ihn regelmäßig – mit Erfolg: Die Linde wuchs zu einem prächtigen Baum heran. 1975 drohte die Fällung der Linden im Zuge der Flurbereinigung. Dank des Einsatzes von Franz Schulze-Buschoff konnten sie jedoch erhalten bleiben. Zwei der hinteren Linden, bekannt als „Buschoffs Linden“, wurden 1996 als Naturdenkmäler im Kreis Borken anerkannt. Heute sind sie etwa 270 Jahre alt.
2017 wurden die geschützten Linden vom Baumkrustenpilz befallen. Um ihr Überleben zu sichern, mussten sie stark zurückgeschnitten werden, konnten aber erhalten bleiben.
Der Bildstock und die Feldprozession
Der Bildstock aus dem 18. Jahrhundert gehörte ursprünglich zum Hof Schulze-Buschoff nordöstlich der Linden. Im Jahr 2003 wurde er in einer Fachwerkstatt in Münster restauriert. Die Wegstation wurde in Eigenleistung von Werner Hilbring und Paul Wessling für den Heimatverein errichtet. Die Wessumer Feldprozession führte hier einst jährlich, heute noch alle zwei Jahre, vorbei. Seit 2007 wird die Station von den Landfrauen Wessum für die Prozession liebevoll hergerichtet, und
hier wird der feierliche Segen erteilt.

Pflanz einen Baum, Und kannst du auch nicht ahnen, Wer einst in seinem Schatten tanzt, Bedenke
Mensch: Es haben deine Ahnen, Eh‘ sie dich kannten, Auch für dich gepflanzt!

Max Bewer (1861 – 1921), deutscher Schriftsteller und Dichter

Diese Station ist Teil der 900 Jahre Jubiläums Fahrrad Tour. Schaut euch auch gerne die anderen Stationen an:

https://www.komoot.com/de-de/tour/2860738415