Gottfried-von-Kappenberg-Schule
Schulbau an der Schulstraße
Zum Ende des 19. Jahrhunderts entsprach das Schulgebäude auf dem Kirchplatz in keiner Weise mehr den Vorschriften, und der Unterrichtsraum reichte nicht mehr aus. 1887 drängte die Königliche Preußische Regierung den Schulvorstand in Wessum, ein neues Schulhaus zu bauen. Für 2500 Mark erwarb die Gemeinde die Woorte, ein Grundstück außerhalb des Dorfes an der Straße nach Alstätte. Im Frühjahr 1891 begann man mit den Arbeiten, am 09. Juni 1892 erfolgte die feierliche Einweihung des neuen Schulgebäudes der Katholischen Volksschule Wessum.

Die beiden Bauabschnitte von 1892 (rechts) und 1910 (links), Archiv Schule
Namensgebung der Schule
Seit dem 13. Januar 1962 trägt die Schule in Wessum den Namen Gottfried-von-Kappenberg-Schule. Für diese Namensgebung hat sich der damalige Konrektor Werner Taubitz eingesetzt. Die Gründe für die Namensgebung liegen in der Tatsache, dass das Dorf Wessum die erste Erwähnung seines Namens im Jahr 1122 dem Grafen Gottfried von Kappenberg verdankt und dass das Schulgrundstück („die Woorte“) zum Hof Wesheim gehörte, der Eigentum des Grafen Gottfried von Kappenberg war.
Von der Katholischen Volksschule zur Gemeinschaftsgrundschule
Bis in das Jahr 1970 hinein war die Gottfried-von-Kappenberg-Schule noch Katholische Volksschule. Hier wurden alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-9 beschult.
Entsprechend einem neuen Schulgesetz, das am 01. März 1968 im Landtag von NRW verabschiedet wurde und das die Trennung der Volksschulen in Grund-und Hauptschulen vorsah, wurde nach Beschluss des Schulausschusses der Gemeindevertretung die Schule in Wessum ab dem Schuljahr 1970/71 als Katholische Grundschule fortgeführt. Seit diesem Schuljahr wurden also nur noch Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-4 unterrichtet. In ihrem ersten Jahr als reine Grundschule wurden 290 Schülerinnen und Schüler von fünf Lehrerinnen und Lehrern in sieben Klassen unterrichtet.
Aufgrund einer im Laufe der Jahre immer heterogener werdenden Schülerschaft, wurde im Schuljahr 2022/23 an allen Ahauser Bekenntnisgrundschulen eine Elternabstimmung über eine mögliche Umwandlung der katholischen Bekenntnisgrundschulen in Gemeinschaftsgrundschulen durchgeführt. Im Zuge dieser Abstimmung, die in Wessum im März 2023 stattfand, sprach sich eine Mehrheit der Elternschaft der Gottfried-von-Kappenberg-Schule für eine solche Umwandlung aus. Seit dem Schuljahr 2024/25 wird die Gottfried-von-Kappenberg-Schule demnach als Gemeinschaftsgrundschule fortgeführt.
Stammbaum Wessum
Im Laufe der Jahre bis heute hat sich das Gesicht der Schule stets verändert, zahlreiche An-, Um- und Erweiterungsbauten standen an. Das vom Künstler Josef Nienhaus für die Eingangshalle der Schule entworfene und bis heute dort zu findende Kunstwerk Stammbaum Wessum zeigt neben der Geschichte Wessums insgesamt auch in eindrücklicher Weise die verschiedenen Bauabschnitte des Schulgebäudes im Laufe der Jahrhunderte.


Stammbaum Wessum (links)/Erweiterungsbau 1960 mit alter Linde (rechts), Archiv Schule
Leitgedanke der Schule und Schullogo
Leitgedanke der Schule ist das Motto: Gemeinsam unterwegs. Individuell wachsen. Diesem Leitgedanken verleiht das Schullogo an der Hauswand Ausdruck, das die Schule seit dem Jahr 2015 besitzt. Angelehnt an die alte Linde, die weit über 100 Jahre den Schulhof begrünt und Wahrzeichen desselben geworden war, haben sich alle schulischen Gremien auf das Symbol eines Baumes für das Schullogo geeinigt.
Werner Hilbring, ehemaliger Schüler, erinnert sich an die alte Linde:
„Unter der Linde wurde im Zweiten Weltkrieg die tägliche Schulspeise ausgegeben. Kinder von Familien, die nur Teilselbstversorger waren, bekamen eine solche Schulspeise. Kinder von Landwirtschaftsfamilien bekamen keine Schulspeise. In Milchkannen und Bottichen trugen Schüler die Speisen vom damaligen Krankenhaus (heute Altenheim St. Friedrich) zur Schule, wo sie ausgegeben wurden, oftmals „sehr leckere Sachen, wie Schokoladenpudding!““ (aus: Gottfried-von-Kappenberg-Schule 1892 – 2017, S. 128)
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