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Kindergärten Familienzentrum

Der Kindergarten, die „Kinderverwahrschoole“ ist schon in den frühen 40er Jahren bekannt und war bis 1967 im jetzigen Musikhaus untergebracht. Die erste Erzieherin war Schwester Humilis. Etwas später spielte Schwester Ludfrieda eine bedeutende Rolle. Ihr folgten Schwester Patricia und (Tante) Sophie Hüßler.

Die Kinder gingen etwa ab dem dritten oder vierten Lebensjahr zum Kindergarten. Auf jeden Fall mussten sie trocken sein. Aus dem Dorf waren nahezu alle Kinder da. Im Kindergarten wurde nicht viel gespielt. Man musste artig sein, aufpassen und wer das nicht tat, kam in die Ecke.

Das Gebäude hatte fünf Räume: Einen Salon oder Sprechzimmer, ein Spielzimmer, die Schatzkammer als Raum für wertvolle Spielsachen, die Toilette und die Bücherei mit gelben Büchern für Kinder und roten für Erwachsene. Das Spielzimmer war ausgestatten mit kleinen Tischen, an der Wand standen Bänke und den Mittelpunkt des Raumes bildete ein Ofen. In der Schatzkammer gab es wunderbare Spielsachen, die man leider nur ein bis zweimal im Jahr angucken durfte, etwas Metallautos und ein Holzpferd.

Finanziell war der Kindergarten kein großer Kostenpunkt. Man zahlte nur einen kleinen Beitrag und keinen festen Satz. Bis zum Alter von sechs Jahren waren die Kinder in der „kleinen Schoole“, dann kam die „groote Schoole“. (Quelle: Heimatverein Wessum e.V.)

1966 wurde mit dem Bau des jetzigen Gebäudes des St. Martinus Kindergartens an der Straße „Zur Gräfte“ begonnen. Seitdem haben sich nicht nur die Räumlichkeiten, sondern vor allem der pädagogische Ansatz stetig weiterentwickelt.

Heute werden in der Einrichtung bis zu 82 Kinder im Alter von 0-6 Jahren in vier Gruppen betreut. Seit 1988 arbeitet die Einrichtung inklusiv. Das Leitbild mit dem Grundgedanken

das natürliche und vorurteilsfreie Zusammenleben von allen Kindern zu fördern, hat sich über die Jahre hinweg stetig weiterentwickelt und manifestiert.

Die Schwerpunkte des freien Spiels, der Bewegung und der religiösen Erziehung ziehen sich dabei durch alle Bildungsbereiche und bilden so die Basis für den pädagogischen Alltag. Der Kind- und situationsorientierte Blick bildet dabei die Grundlage. Das bedeutet, die Aufgaben und weiteren Entwicklungen sind eng mit dem Lebensumfeld der Kinder und deren Familien verknüpft und untrennbar mit der Pädagogik der Einrichtung verbunden.

Seit 2008 hat sich die Einrichtung, gemeinsam mit dem St. Elisabeth Kindergarten als Familienzentrum NRW unter dem Namen „Familienzentrum Wessum“ zertifiziert und seitdem stetig weiterentwickelt.

Wessumer Kindergarten um 1950